Versicherung von Naturgefahren

Dez 18, 2018 (0) comment

Die Schadenbilanz für Schäden durch Naturgefahren wie z. B. Überschwemmungen, Erdbeben, Hagel / Sturm, sowie andere Naturgefahren befindet sich weltweit auf einem historisch hohen Niveau und es ist auch nicht zu erwarten, dass sich dies zukünftig deutlich verbessern wird.

Allein in dem ersten Halbjahr 2018 hat es gemäß Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft allein in Deutschland Schäden durch Sturm / Hagel und Starkregen in Höhe von ca. EUR 1,3 Mrd. gegeben. Verantwortlich waren hier im Wesentlichen die Orkantiefs „Friederike“ und „Burglind“ im Januar 2018.

Wie die Bilanz des zweiten Halbjahres ausfallen wird, ist noch nicht ganz klar. Im Regelfall fällt jedoch das zweite Halbjahr immer höher aus, als das erste Halbjahr.

Wundersamerweise ist zumindest im Bereich der öffentlichen Auftraggeber aber eine Tendenz zu deutlich steigenden Prämien in der Sturmversicherung noch nicht erkennbar. In einem anderen Bereich der Naturgefahren, nämlich der Gefahr durch Hochwasser/Überschwemmungen ist hingegen eine Verknappung des Marktes durchaus erkennbar. Einerseits agieren die Versicherer hier zuweilen sehr uneinheitlich und schätzen das gleiche Risiko höchst unterschiedlich ein, andererseits sind viele Versicherer bei Deckungslimiten oberhalb von EUR 10 Mio. relativ zurückhaltend geworden. Wenn man Überschwemmungs-Versicherungsschutz für eine Jahreshöchstentschädigung von ca. EUR 25 Mio. einkaufen will, so kostet dies deutlich mehr als der gleiche Versicherungsschutz für eine Jahreshöchstentschädigung von nur EUR 10 Mio. Dies gilt jedenfalls für eine Vielzahl der in diesem Marktsegment tätigen Versicherungsunternehmen.

Verständlich ist dieses Vorgehen dann, wenn sich Gewässer in Reichweite befinden, die zur Verursachung großer Schäden potentiell in der Lage sind. Eine Überschwemmungsereignis, das auf Starkregen zurückgeht, wird jedoch in der Regel keine Exponierung haben, die über EUR 10 Mio. hinausreichen könnte (auch nicht bei einer Großstadt).

Bei solchen Risiken also, bei denen die Hauptgefahr im Segment Überschwemmungsrisiken von Witterungsereignissen und nicht von dem Ausufern von Gewässern ausgeht, dürfte es eigentlich keine großen Tarifierungsunterschiede für höhere Jahreshöchstentschädigungen geben. Man wird hier beobachten müssen, wie sich dies im kommenden Jahr entwickelt.


Ein weiteres Augenmerk gebührt in Zukunft aber sicherlich der Risikoreduktion. Zur Risikoreduktion und zum Schutz von Gebäuden sind die folgenden baulichen oder technischen Maßnahmen durchaus geeignet:

– Schaffung von Dammsystemen, mobilen Hochwasserbarrieren oder Sandsäcken, die vor Ort verfügbar sind und bei Gefahr durch die eigenen Mitarbeiter eingesetzt werden können.

– Schließen von Gebäudeöffnungen in hochwassergefährdeten Bereichen. Hierbei sind auch Abwasseranschlüsse in Untergeschossen zu berücksichtigen.

– Installation von Pumpenanlagen zum Abpumpen von eingedrungenem Wasser.

– Hochwasserdichte Verglasung unterhalb der Erdgleiche.

– Höherlegung von kritischen Anlagegütern in hochwassersichere Ebenen.

Durch diese Maßnahmen lassen sich, wenn man den Versicherer hiervon überzeugen kann, durchaus die Prämien einer Versicherungslösung reduzieren.

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