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Cyber-Versicherungen: Steigende Nachfrage nach Versicherungsschutz in Zeiten von Homeoffice?

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in Unternehmen verschiedenster Branchen vorangetrieben. Der tägliche Weg in die Firma war für viele Mitarbeiter von einem auf den anderen Tag nicht mehr möglich. Insbesondere im Dienstleistungssektor sowie für Tätigkeiten in der Verwaltung wurden fortan digitale Strukturen geschaffen, die über Jahre zuvor zwar geplant, aber nie umgesetzt wurden.

Das vernetzte Arbeiten hat stark an Bedeutung gewonnen. Die Folge sind höhere Cyberrisiken. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) rechnet damit, dass der Cyberversicherungsmarkt bald um jährlich 20 bis 30 Prozent wachsen wird. Die öffentlichen Berichterstattungen fokussieren sich zumeist auf Cyber-Angriffe namhafter Konzerne. Die Vielzahl an Hackerangriffen betreffen jedoch die kleinen und mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Je kleiner die Institution ist, desto geringer sind häufig auch die Investitionen in die eigene IT-Sicherheit. Die Folge hieraus sind Sicherheitslücken, die ein willkommenes Einfallstor für Hacker sind, um schnell und einfach an sensible Daten zu gelangen.

Als aktuelle Beispiele sind die Cyber-Angriffe auf die Universitäten Gießen (Dezember 2019) und Köln (Sommer 2020) zu erwähnen, wodurch die Systeme wochenlang außer Gefecht gesetzt wurden und noch heute nicht vollständig wiederhergestellt sind. Auch war unlängst ein großer Abwasserverband in Nordrhein-Westfalen Opfer eines Cyberangriffes. Notfallpläne waren offenbar nur unzureichend vorhanden.

Cyber-Versicherung als Ergänzung zum Risikomanagement

Die Konzepte der Versicherer haben sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Versichert werden können u.a. Ertragsausfälle durch Betriebsunterbrechungen, Kosten bei Erpressungen durch Hacker, forensische Kosten und Benachrichtigungskosten. Wir halten die Absicherung von Servicedienstleistungen und Präventionsmaßnahmen, die für die schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit notwendig sind, für einen elementaren Deckungsbaustein innerhalb der Cyber-Versicherung. Insbesondere KMU haben meisten nicht das Personal, um infolge eines Hacker-Angriffes mit der erforderlichen Schnelligkeit Sofortmaßnahmen einzuleiten. Hierbei kann eine Cyber-Versicherung Abhilfe schaffen, um die plötzlich eingetretene Krisensituation zielgerichtet zu managen.

Das Prämienniveau der Versicherer war in den vergangenen Jahren äußerst gering. Im Zuge der Corona-Pandemie sind vermehrt Schadenfälle durch Hackerangriffe eingetreten. Ebenso prognostizieren die Versicherer für die kommenden Jahre ein deutlich höheres Schadenaufkommen als bisher. Die ersten Auswirkungen sind bereits auf dem Versicherungsmarkt vorzufinden. Einige Anbieter reduzieren bereits ihre angebotenen Kapazitäten, während die Preise steigen. Dennoch ist es immer noch möglich mit ausgewählten Versicherern günstigen Versicherungsschutz, verglichen mit dem vorhandenen Risikopotenzial, einzukaufen.

Unabhängig von einer Versicherungslösung sollten Unternehmen und öffentliche Institutionen Ihre IT-Sicherheit präventiv vor Cyber-Vorfällen schützen. Selbst eine sehr weitgehende Versicherungspolice kann nie das eigene Risikomanagement ersetzen. Des Weiteren macht sich die Unternehmensleitung, wegen dem Vorwurf eines unzureichenden Risikomanagements, angreif- und haftbar.

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