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Flutschäden und Versicherung

Auf EUR 8,2 Mrd. schätzen Versicherer und Rückversicherer mittlerweile die versicherten Schäden bei der Flut. Interessant ist aber, dass die nicht versicherten Schäden ein Vielfaches dieser Summe betragen, obwohl über 90 % der geschädigten Gebäude problemlos versicherbar gewesen wären. Diese befanden sich nämlich in den ZÜRS-Kategorien 1 und 2, also den beiden Kategorien mit dem niedrigsten Risiko. Dies gilt auch nahezu für alle Objekte im Ahrtal und insbesondere für die vollständig zerstörte Gemeinde Schuld.

Soweit Kommunen und Landkreise selbst betroffen sind (und dies ist bei vielen Gebietskörperschaften der Fall), wird nun die Frage gestellt, warum man auf den notwendigen Versicherungsschutz komplett verzichtet hat. Dass man einen Schaden dieses Ausmaßes unmöglich vorhersehen konnte, ist klar. Aber auch eine Versicherungsleistung von EUR 10 Mio. oder EUR 15 Mio. (die nahezu jeder Versicherer problemlos hätte zur Verfügung stellen können und für die es auch keiner hohen Prämien bedarf) hätte vielen betroffenen Kommunen geholfen.

Nach 2002 und 2013 ist dies schon das dritte Großschadenereignis durch Hochwasser und Starkregen in Deutschland. Die Betroffenen können wahrscheinlich froh sein, dass sich die Katastrophe auch in diesem Jahr wieder an den Zeitpunkt eines Bundestagswahlkampfes gehalten hat.

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