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Neues zum Thema der Versicherung von Flüchtlingsunterkünften / Asylbewerberheimen

Bereits im September haben wir uns mit diesem Thema befasst.

Die Bereitschaft der Versicherer, solche Objekte zu den vereinbarten Konditionen zu versichern, hat noch mehr nachgelassen. Verlangt werden mittlerweile erhebliche Selbstbehalte zwischen EUR 10.000,00 und EUR 25.000,00 pro Objekt. Ab Objekten einer bestimmten Größenordnung werden zusätzlich Maßnahmen, wie auf die Feuerwehr aufgeschaltete Brandmeldeanlagen und eine rund um die Uhr zu leistende Bewachung, verlangt.

Auch die Prämienhöhe hat deutlich angezogen, wobei die Prämiensätze sehr unterschiedlich sind. Bei sehr guten Objekten in massiver Bauweise kann man den Versicherungsschutz noch für ca. 2 ‰ aus der Versicherungssumme erhalten, bei Objekten in Leichtbauweise und ohne Brandschutz sind oftmals sogar bis zu 10 ‰ zu entrichten.

Das Verhalten der Versicherer ist dabei nicht homogen. Während die öffentlich-rechtlichen Versicherer lobenswerterweise die Auffassung vertreten, dass bei ihren kommunalen Kunden auch solche Objekte versichert werden müssen, sehen dies manche Wettbewerbsversicherer nicht so. Oftmals wird die Quote bei der Zeichnung solcher Objekte drastisch gegenüber einer normalen Zeichnungsquote eingeschränkt. Dies hat dann natürlich die Folge, dass man für Asylbewerberheime ein eigenes Konsortium von Versicherern finden muss, was naturgemäß eher schwierig ist.

Auch das Thema der Gefahrerhöhung wird unterschiedlich gehandhabt. Betrachtet mancher Versicherer eine Umnutzung eines anders genutzten Objektes (z. B. einer Turnhalle) in eine Flüchtlingsunterkunft nicht als Gefahrerhöhung, wenn im Bestand der Gebietskörperschaft/ des Versicherungsnehmers sich schon vergleichbare Unterkünfte befunden haben, so sieht dies die Mehrzahl der im Markt tätigen Versicherer grundlegend anders.

Versicherungsrechtlich wird man wohl davon ausgehen müssen, dass auf einen Einzelvertrag für ein einzelnes Objekt bezogen eine solche Nutzungsänderung sehr wohl eine Gefahrerhöhung darstellt.

Man sollte also jede entsprechende Nutzungsänderung möglichst frühzeitig dem Versicherer anzeigen, damit entsprechende Maßnahmen besprochen und umgesetzt werden können. Ansonsten droht der teilweise oder sogar vollständige Verlust des Versicherungsschutzes.

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