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Neuigkeiten aus dem Bereich der Elementarschadenversicherung

10 Million Häuser sind nicht oder nicht ausreichend gegen Elementarschäden versichert, so die Aussage des GDV. An anderer Stelle wird ausgeführt, dass in Deutschland nur 45 % aller Gebäude gegen Naturgefahren versichert sind. In vielen Bundesländern sind es sogar deutlich weniger, in Baden-Württemberg aber, aufgrund des ehemaligen Monopols, 94 % aller Gebäude.

Dabei wird, wenn man die Publikationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ernst nimmt, deutlich, dass alle Gebäudeeigentümer, die zu vernünftigen Konditionen Versicherungsschutz erhalten können, diesen auch einkaufen sollten. Nicht nur wer sein Haus am Fluss gebaut hat, ist gefährdet. Die Gefahr durch Starkregenereignisse hat in den vergangenen 15 Jahren von Jahr zu Jahr deutlich zugenommen, und zwar sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch des Ausmaßes von Starkregenereignissen.

Der Naturgefahrenreport 2019 weist insgesamt EUR 2,1 Mrd. Versicherungsschäden durch Sturm / Hagel, Hochwasser und Starkregen aus. Nun sind Sturm- und Hagelschäden in jeder normalen Gebäudeversicherung versichert, was diese Statistik etwas relativiert. Starkregen und Hochwasser aber schlagen mit EUR 500 Mio. auch deutlich zu Buche.

Unglücklicherweise für die gesamte Versicherungswirtschaft, wird auch die Feuergefahr, hervorgerufen durch lange Hitzeperioden, in den nächsten Jahren voraussichtlich zunehmen. Die Branche der Gebäudeversicherer ist aber ohnehin nicht für übermäßige Ertragsstärke bekannt. Seit 2012 gab es nur 2 Jahre, in denen die Schadenkostenquote (Combined Ratio) unter 100 % lag.

Tendenziell dürfte in der Gebäudeversicherung (wie in der gewerblichen und industriellen Sachversicherung auch) also in den kommenden Jahren mit steigenden Prämien zu rechnen sein. Da die Versicherer kaum noch in der Lage sind, Kostenreduzierungen vorzunehmen (das Personal wurde ja in den letzten 10 Jahren schon kontinuierlich reduziert) wird man zudem eine immer restriktivere Regulierungspraxis bei Schäden beobachten können. Zumindest bei Großschäden sind Versicherungsnehmer daher gut beraten, sich in einem Schadenfall unterstützen zu lassen und nicht alleine dem Großschadenregulierer und den Sachverständigen des Versicherers gegenüberzutreten.

Zudem empfehlen wir Sachversicherungsverträge, die noch gute Konditionen aufweisen, in diesem Jahr möglichst frühzeitig zu verlängern.

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