30 Brände pro Tag in der deutschen Recyclings- und in Entsorgungswirtschaft!
Am 23.12. des vergangenen Jahres gab es einen Bericht des WDR mit genau diesem Titel. Bedauerlicherweise lesen solche Berichte auch Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen. Natürlich nehmen Journalisten keine Rücksicht auf die Interessen einer Branche, insbesondere wenn es um die Erlangung von bezahlbarem Versicherungsschutz geht, aber man sollte hier die Nachfrage stellen, woher eine solche Information eigentlich kommt.
Klar ist doch, dass nicht am Tag 30 große Brände in solchen Anlagen entstehen. Wenn man aber kleine Brandereignisse mitzählen würde, so sind es sicherlich pro Tag mehrere 100 Brände, die aber mittlerweile zu weit über 99 % von der vorhandenen Technik oder den mittlerweile gut geschulten Mitarbeitern gelöscht werden. Die Gefahren durch Lithium-Ionen-Akkus werden nahezu täglich diskutiert und der Gesamtschaden soll demnächst auch im Rahmen einer groß angelegten Studie, an der auch der ASA e.V. beteiligt sein wird, ermittelt werden.
Aber wird denn irgendwo auch über die mittlerweile deutlichen Fortschritte im anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz gesprochen? Innerhalb des ASA-Pools hatten wir in den vergangenen zehn Jahren gerade einmal vier, von der Höhe her nennenswerte Brände, zwei davon leider innerhalb relativ kurzer Zeit im Jahr 2024. Unter diesen vier Bränden war auch nur ein Ereignis, bei dem die Erstversicherer in erheblichem Umfang Erstattungen aus den Rückversicherungen bekommen bzw. bekommen werden.
So dramatisch, wie dies gerne allenthalben geschildert wird, ist daher meiner Wahrnehmung nach die Situation gar nicht. Trotzdem wurde durch die Versicherer im Laufe der letzten 5 bis 6 Jahre die Kapazität für Versicherungsschutz für diese Betriebsart immer mehr verknappt und verteuert. Uns ist es glücklicherweise gelungen, neue Kapazitäten im Ausland zu finden, die zu absolut bezahlbaren Bedingungen ein Ventil für den deutschen Markt bieten. Und weil es sich dabei um einen der größten und ältesten Versicherer der Welt handelt, stellt sich hierbei auch nicht die Frage der Solidität und Seriosität.
Wir hoffen, dass so ein gewisser Wettbewerbsdruck aufkommt, der auch bei den deutschen Versicherern zu einem langsamen Umdenken führen könnte.