In einer gemeinsamen Pressekonferenz warnen Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt vor gestiegener Cyberkriminalität, insbesondere vor Angriffen aus dem Ausland. Diese sind im vergangenen Jahr um ca. 30 % angestiegen. Cyberkriminalität erweist sich zunehmend als eine Bedrohung von Infrastruktur und öffentlichen Institutionen.
In der Vergangenheit waren schon zahlreiche Hochschulen, im letzten Jahr aber auch öffentliche Verwaltungen (Städte, Kommunen und Landkreise) betroffen. In mehreren Fällen traf es sogar kommunale Rechenzentren, was dazu führte, dass eine Vielzahl von kommunalen Gebietskörperschaften über einen längeren Zeitraum ohne EDV-Netz auskommen musste.
Aber auch Infrastrukturunternehmen wie Versorgungsunternehmen und Entsorgungsunternehmen sind Ziel von Cyberattacken.
Zur Erinnerung: Der Gesamtschaden durch Cyberkriminalität in Deutschland betrug im Jahr 2023 ca. EUR 200 Milliarden!
Das Ganze führt bei den Cyberversicherern in diesem Segment zu einer Änderung der Zeichnungspolitik. Es wird zunehmend schwieriger Versicherer zu finden, die bereit sind, öffentliche Institutionen und öffentliche Unternehmen, sofern diese im weitesten Sinne etwas mit Infrastruktur zu tun haben, zu versichern. Cogitanda als ein Anbieter, der in der Anfangszeit relativ beherzt Policen für Stadtwerke und andere öffentliche Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, will sich aus diesem Segment jetzt komplett zurückziehen. Wie mit Bestandspolicen verfahren wird, ist noch ungeklärt. Man wird hier aber zumindest mit gestiegenen Anforderungen an die IT-Sicherheit und steigenden Prämien rechnen müssen.