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Versicherungsschutz für Terrorschäden

Nach den Ereignissen des 11.09.2001 haben die Versicherer bekanntlich, die bis dahin mitversicherten Schäden durch Terrorereignisse aus dem normalen Versicherungsschutz ausgeschlossen. Der Spezialversicherer Extremus bietet seit Gründung diesen Versicherungsschutz (zumindest für größere Objekte ab einer Versicherungssumme von EUR 25 Mio., darunter besteht in der Regel wieder Versicherungsschutz über die Erstversicherer) bis zu einer Deckungstrecke von insgesamt EUR 10 Mrd. diesen Versicherungsschutz an. Was hierbei nahezu in Vergessenheit geraten ist, ist, dass dabei der Bund für EUR 7,5 Mrd. einsteht.

Die Staatsgarantie i. H. v. EUR 7,5 Mrd. läuft indes am Jahresende aus. Jörg Henne, der Geschäftsführer des Gesamtverbandes der versicherungsnehmenden Wirtschaft (in dessen Organ „Versicherungspraxis“ der Verfasser regelmäßig Beiträge veröffentlicht) setzt sich, wie Herbert Fromme in seinem Versicherungsmonitor mitteilt, derzeit gemeinsam mit dem BDI für eine Verlängerung ein. Dies ist an sich nicht überraschend, vertritt er doch die Großunternehmen, die diese Deckung benötigen.

Auch ist derzeit völlig unklar, ob die Versicherungswirtschaft selbst überhaupt Willens und in der Lage wäre, eine solche Exponierung allein (also ohne den Bund) zu schultern.

Andererseits benötigt nur ein Bruchteil der Unternehmen überhaupt solch hohe Deckungssummen. Muss man diese, zulasten der Allgemeinheit (die dies gar nicht benötigen) über eine Staatshaftung sozusagen subventionieren?

Große Sachschäden (wie z. B. am Brüsseler Flughafen) sind in Deutschland bislang ausgeblieben. Ein solcher guter Schadenverlauf über eine Zeit von ca. 15 Jahren führt in anderen Versicherungssparten in der Regel zu einem starken Ansteigen der Kapazität, verbunden mit einem deutlichen Prämienverfall.

Es wird zu beobachten sein, wie sich dies in den nächsten Jahren in Deutschland weiter entwickelt.

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