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Wie geht es den Versicherern in der Corona-Krise?

Bei Lloyds spricht man mittlerweile von dem größten Versicherungsschaden aller Zeiten. Man spricht von Verlusten der Branche von ca. 203 Milliarden $. Wie man auf diese gigantische Summe kommt, verrät man aber nicht. Versicherungsschäden sind hierbei nur mit 107 Milliarden $ beteiligt, der Rest resultiert aus Anlageverlusten. Auch hier sind Zweifel angebracht, da der Aktienmarkt ja schon einen guten Teil der ursprünglichen Verluste wieder aufgeholt hat. Wenn man dann noch Amazon, Apple und Microsoft im Depot hatte, halten sich derzeit diese Verluste in ganz engen Grenzen.

Zurich hat sich dahingehend geäußert, dass die eigenen Verluste ca. 750 Millionen $ betragen. Nahezu den gleichen Betrag, nämlich 700 Million $, hat die Allianz nach eigenen Angaben bereits im ersten Quartal für Schäden im Zusammenhang mit Corona (was immer sich hinter dieser Formulierung bei Versicherungsschäden verbergen mag) ausgegeben.

Die AXA sagt nichts zu ihren Leistungen, gibt aber an, dass die Beitragseinnahmen im ersten Quartal um 9 % gesunken sind. Im April belief sich das Minus sogar auf 12 %.

Die Kreditversicherung, allen voran Euler Hermes, rechnen im Jahresverlauf mit keinem Gewinn, sondern gehen wegen des voraussichtlich eintretenden Wirtschaftseinbruches mit stark ansteigenden Zahlungsausfällen und damit Versicherungsleistungen aus.

Die Diskussion um die Leistungspflicht von Betriebsschließungsversicherungen hat durch ein Urteil des Landgerichts Mannheim neue Fahrt aufgenommen. Die Richter haben sich im Rahmen eines Verfahrens einer einstweiligen Verfügung (warum Zahlungsansprüche im Wege der einstweiligen Verfügung geltend gemacht werden, ist dem Verfasser vollständig unklar) mit der Deckungszusage beschäftigt, und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass Corona-bedingte Ausfälle grundsätzlich versichert seien. Nun ist die Auffassung eines Landgerichtes für Versicherer bestenfalls eine Randnotiz wert, die Neigung zur Einreichung weiterer Klagen könnte dadurch aber dennoch steigen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Versicherer versuchen werden, sich in den nächsten Jahren einen Teil der Prämienrückgänge und Leistungen in Form von steigenden Prämien zurückzuholen. Wir glauben daher, dass die frühzeitige Prolongierung bestehender Verträge ein gutes Mittel sein könnte, sich zumindest für das nächste Jahr Prämienerhöhungswünschen zu entziehen.

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